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  • AutorenbildLisa Marie

Von einer Muse umarmt

Aktualisiert: 15. Aug.

Fotorechte des Titelbilds: © Holger Fichtner


Da war er nun … der 29. April. Ein Tag, auf den ich schon sehr lange geblickt habe. Meine Vorfreude wurde allerdings außerdem von einer schwindelerregenden Nervosität und Ehrfurcht begleitet, denn ich wusste, dass ich nicht nur „alte Freunde“ wiedertreffen, sondern auch neue Bekanntschaften knüpfen würde ... und darunter fiel einer meiner größten Idole und Inspirationsgeber: Alexander Wesselsky, Sänger von „Eisbrecher“.


Als ich Heli mit seinem Projekt „Stahlzeit“ Ende letzten Jahres treffen und ihm mein Büchlein übergeben durfte, habe ich zwei seiner Freunde kennengelernt, die mittlerweile auch zu meinen zählen – ich nenne sie in diesem Beitrag liebevoll „meine Holzäpfelchen“. Es hat nur diesen einen gemeinsamen Abend gebraucht … es war, als würden wir uns schon ewig kennen. Wir haben schnell nach einem Anlass gesucht, um uns wiedersehen zu können, und da fiel mir ein, dass Heli im Frühjahr mit seinem eigenen Projekt „Maerzfeld“ als Vorband für Eisbrecher spielen würde – und damit war die Entscheidung bereits gefallen: Wir alle würden uns wiedersehen, und seit Anfang des Jahres haben wir uns riesig auf diesen Tag gefreut und ihm entgegengefiebert.

Samstag, der 29 April – Innsbruck, Österreich. Wunderschönes Wetter: Sonnig, aber nicht zu warm, und zwischendurch gab es eine kühle Brise und etwas Wolken, sodass wir draußen einen zauberhaften Tag zu viert verbringen konnten, bevor es Richtung Konzerthalle ging. Wir haben uns das Schloss Ambras angesehen, welches übrigens auch das erste Museum der Welt ist … vor allem die Wunderkammer war sehr, sehr beeindruckend, doch spätestens nach dem hundertsten Porträt konnte ich wirklich an nichts anderes mehr denken, als Alex bald treffen zu dürfen. Die Nervosität, die ich zu unterdrücken versuchte, kam langsam immer mehr zum Vorschein.


Es war mir ein großer Wunsch, auch Alex eines meiner Büchlein zu übergeben … als Dankeschön für seine Musik, denn es waren vor allem seine ersten Alben, die mir durch sehr, sehr schwere Zeiten geholfen haben. Mit seinen Texten hat er mir aufgezeigt, dass man seinen Schmerz nicht schweigend herunterschlucken muss, sondern ihn nach außen tragen darf … dass man nicht alleine mit ihm ist und dass man ihm mit Worten ein wenig Substanz schenken kann, um ihn greifbarer zu machen und verarbeiten zu können.

Ich habe das große Glück, dass meine Holzäpfelchen nicht nur mit Heli, sondern auch mit Alex befreundet sind. Sie konnten mir daher im Vorhinein die Sorge nehmen, mein Geschenk könnte zu aufdringlich wirken, denn unter keinen Umständen möchte ich versehentlich eine Grenze überschreiten und mache mir entsprechend Gedanken, da ich mich nur schwer in die Lage solcher Berühmtheiten versetzen kann … in meiner Vorstellung werden sie überhäuft mit Aufmerksamkeiten und Geschenken, haha!

Tatsächlich habe ich mir sagen lassen, dass Alex sogar ein kleiner Bücherwurm ist und sich ganz sicher für mein Buch begeistern würde! Mit dem Wissen, meinen Mann und meine Freunde an der Seite zu haben, die mich allesamt auffangen würden, sollte ich einen Ohnmachtsanfall bekommen, bin ich recht zuversichtlich in die Konzerthalle getreten und habe mir erneut eingeredet, absolut nicht nervös zu sein. Heli hat uns kurz begrüßt und musste anschließend direkt weiter, um Vorbereitungen für den Soundcheck zu treffen. Einer der Holzäpfelchen war zwischenzeitlich bei Alex und kam dann überraschend zu mir mit den Worten: „Er hat jetzt Zeit.“


Jetzt. Kaum ausgesprochen, stand er vor mir. Das war tatsächlich etwas zu plötzlich für mich als jemand, der sich zuvor eingeredet hat, vollkommen ruhig und frei von Aufregung zu sein. Meine fünf Minuten „tigernd auf und ab gehen“ und dabei „Oh Gott“, „Ich pack‘ das nicht“ oder Ähnliches in mich hineinzuflüstern, um mich seelisch auf die Begegnung vorzubereiten, fielen somit aus. Die Nervosität hat mich dann eiskalt erwischt und sich vollends entfaltet. Prima! Ich habe quasi kein Wort zu Stande bekommen, zumindest nicht ohne Hilfe. Ich bin so, so froh, dass alle bei mir waren, haha!

Alex hat mich sehr lieb begrüßt und war äußerst interessiert daran, wie es dazu kam, dass ich für Heli ein Cover gestalten durfte. Er hat eine coole, beeindruckend gelassene und lässige Art … andauernd Witze gerissen, die ich in meiner Lage natürlich entweder missverstanden oder ernstgenommen habe, haha! Es war eine sehr schöne und aufregende Unterhaltung, an die ich mich sehr gerne zurückerinnern werde.


… und ebenso plötzlich wie er kam, hieß es dann: „Also, hat mich gefreut!“

Ich habe mich einfach nicht getraut, mein Buch sinnvoll zu erwähnen, und habe hilfesuchend zu meinen Freunden geblickt, fast schon „Tschüß“ gesagt, bis einer von ihnen eingelenkt hat: „Warte, Alex! Lisa hat noch etwas für dich.“

Ich muss sooo lächeln, während ich diese Zeilen schreibe. Nun gab es natürlich keinen Ausweg mehr. Ich habe Alex erzählt, dass ich vergangenes Jahr ein Buch mit eigenen Gedichten und Zeichnungen veröffentlicht habe und es ihm als Dankeschön für seine Musik gerne überreichen würde. Er konnte sich zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich vorstellen, inwiefern er meinen künstlerischen Weg damit beeinflusst hat, aber das wird sich beim Blick ins Buch vielleicht noch ändern.

Wow … obwohl ich in diesen wenigen, aber sehr schönen Minuten seinen Charakter nicht durchschauen konnte, glaube ich, dass er sich wirklich von Herzen über dieses Geschenk gefreut hat. Er hat mich anschließend umarmt, aber nicht belanglos, sondern so lange und so fest, dass er mir damit wortwörtlich Tränen herausgedrückt hat. Ich war so glücklich und dankbar für diesen Moment, welchen ich ewig im Herzen tragen werde. Er hat mir außerdem das Gefühl gegeben, tatsächlich in dem Buch stöbern zu wollen, denn es ist die eine Sache, mein Buch als Dankeschön zu empfangen, aber eine vollkommen andere, die Zeit zu finden, es auch zu lesen. Durch meinen Kontakt zu Heli habe ich den stressigen Alltag von Musikern nochmals ganz anders kennengelernt … doch Alex hat mir zum Abschied noch die wunderschönen Worte mitgegeben, dass er mir sehr gerne Feedback geben möchte. Nun träume ich davon, ihn eines Tages nochmals treffen zu dürfen, um über mein Büchlein zu sprechen. Ich kann es kaum erwarten und ertappe mich schon wieder beim Lächeln.


Ohnehin schweifen meine Gedanken im Alltag oftmals ab … ich bin so glücklich darüber, dass ich beinahe jede meiner menschlichen Inspirationsquellen treffen durfte, um mich mit meinem Werk bei ihnen zu bedanken. Natürlich freue ich mich auf ihre Meinung, doch es geht mir vor allem darum, ihnen etwas zurückzugeben. Ich möchte damit außerdem aufzeigen, dass man ihre Musik nicht nur lieben, sondern auch unerschöpfliche Muße aus ihr ziehen kann, um selbst etwas zu erschaffen – ich weiß nur zu gut, dass dies ein wunderbares Kompliment für einen Künstler ist.


Herzlich,

eure Lisa 💛


PS: Auch hier fiel mir die Auswahl sehr schwer, doch letzten Endes habe ich mich heute für diesen Titel entschieden.



Wie lang willst du noch warten?

Woran hältst du dich noch fest?

Glaubst du die Zeit heilt deine Wunden,

Wenn du sie nicht heilen lässt?


PS²: Projekt „Till Lindemann“ schreitet voran … ich möchte dazu aber erst einen Beitrag verfassen, wenn ich mir mit allem sicher sein kann.

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