• Lisa Marie

Das erste eigene Buch ...

… ist definitiv nicht perfekt. Zumindest dann nicht, wenn man sich nicht helfen lässt.


Als ich den Inhalt für mein Buch fertiggestellt hatte … jedes Gedicht korrigiert und finalisiert, jede Zeichnung nochmals überarbeitet habe, empfand ich ein überwältigendes Gefühl von Glück und Stolz. Ich habe außerdem bereits begonnen, sämtliches Material in einem Dokument zusammenzustellen: Die Gedichte entsprechend platziert und mit der jeweiligen Illustration versehen, Platzhalter für das Vorwort und die Danksagung markiert und diese auch anschließend formuliert, eine Inhaltsangabe geschrieben und vieles mehr – kurz gesagt, die Datei für den Buchdruck war so gut wie fertig, und auch bei der Gestaltung des Umschlags war ich mir sicher, es würde zu keinen weiteren Änderungen mehr kommen. Das dachte ich zumindest.

Ich war derartig „gut vorbereitet“, da ich lange davon ausgegangen bin, mein Buch selbst zu veröffentlichen – nach dem Prinzip des „Selfpublishing“. Daran bin ich allerdings gescheitert, aber das ist eine andere Geschichte, die ich auch noch erzählen werde. Aber: Ich bin zum Glück gescheitert. Zum Glück! Ich bin so, so dankbar dafür, diesen Weg nicht eingeschlagen zu haben und am Ende bei Renate, der lieben Dame meines Verlags, gelandet zu sein.

Denn: Ich wurde geblendet. Dieses Gefühl, das ich nach Fertigstellung meines Buches hatte, war unbeschreiblich stark. Ich war vollkommen von allem überzeugt und habe mein Buch als „perfekt“ empfunden. Für mich war es das zu diesem Zeitpunkt auch, definitiv!


Ich bin daher aus allen sieben Wolken geflogen, als Renate mir bei unserem ersten Telefonat eine auf mich unendlich lang wirkende Liste an Fehlern präsentierte, die zwar größtenteils nichts mit dem eigentlichen Inhalt des Buches zu tun hatten, sich aber insbesondere auf die Optik bezogen haben … oder auf Dinge, denen ich mir niemals bewusst geworden wäre! Ein Beispiel dafür wäre die Nutzung eines falschen Apostrophs. Meine Gedichte waren allesamt mit einem falschen Zeichen durchzogen – für einen Laien absolut nicht zu erkennen! Renate hat zu diesem Thema einen aufklärenden Beitrag verfasst … und ich muss gerade schmunzeln, weil mein Name in ihrem Beispiel auftaucht. Eine Kleinigkeit, möchte man meinen, aber Kleinvieh macht eben auch Mist.

Natürlich wird es Bücher gegeben haben, in welche sie deutlich mehr Arbeit stecken musste als bei meinem, und ich habe auch nicht alle ihre Anmerkungen und Vorschläge umgesetzt, aber ich habe erstaunlich viel gelernt und tatsächlich noch viele Fehler ausgebessert, die ich ohne ihre Unterstützung niemals gesehen hätte. Für fehlendes Wissen kann man niemandem einen Vorwurf machen … aber in so einem Fall ist es wichtig zu erkennen, dass man sich auf neuem Land bewegt, zwangsläufig auf Hilfe angewiesen ist und sich diese auch suchen sollte.


Ich schreibe diesen Beitrag, da ich aus eigener Erfahrung berichten kann, dass das fehlende Wissen bei der Veröffentlichung des ersten eigenen Buches die Gefahr birgt, blind dem eigenen Weg zu folgen und erst zu stolpern, wenn es leider schon zu spät ist. Glücklicherweise habe ich dies noch rechtzeitig erkannt.

Es ist wichtig, die Hand eines Menschen mit viel Erfahrung und Expertise im Bereich der Buchgestaltung und -veröffentlichung auf diesem Weg zu halten, sodass man am Ende über die Ziellinie gehen und dabei wahrhaftiges Glück empfinden kann. Hätte ich mein Buch ohne diese Hilfe veröffentlicht, so wäre ich furchtbar enttäuscht gewesen, denn ich hätte eines Tages erkannt, wie trügerisch dieses Hochgefühl zu Beginn war und wie blind es mich gemacht hat. Mein Buch hätte heute optische Fehler, eine miserable Druckqualität, kein hübsches Lesebändchen und ein weitaus weniger schönes Hardcover, um nur einige Punkte aufzuzählen.


Ich kann nun voller Stolz und Glückseligkeit sagen: Mein erstes eigenes Buch … ist definitiv perfekt!


Herzlich,

eure Lisa 💛


PS: Passend zu diesem Thema hat Renate ebenfalls einen Blog-Artikel verfasst. Dass sie dabei das Thema Trauma-Verarbeitung auffasst, ist sehr inspirierend für mich, und dazu möchte ich mich in einem separaten Eintrag ebenfalls äußern.

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